Geschichte

Das Fach Geschichte beginnt mit der 6. Jahrgangsstufe und entfällt in der 7. Klasse, was in Hessen bereits seit langem die verordnete Regelung ist. In den Klassen 8, 9 und 10 wird Geschichte durchgehend unterrichtet. Der Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I beträgt 2 Stunden pro Woche. Der chronologische Durchgang durch die Weltgeschichte wird in der Sekundarstufe II (Klassen 11-13) noch einmal wiederholt, erfolgt dann aber, bedingt durch verordnete Vorgaben, mit anderen Schwerpunktsetzungen und mit höherem Schwierigkeitsgrad. In der Sekundarstufe I wird als Geschichtsbuch „Forum Geschichte“ (Bände 1-4) benutzt.

 Sekundarstufe I

 Jahrgangsstufe 6: Steinzeit und Altertum

Einführung in das Fach Geschichte. Umgang mit verschiedenen Quellenarten (Texte, Karten, Bilder).Alt- und Jungsteinzeit: Von den Jägern und Sammlern zur Dorfkultur mit Ackerbau.
Ägypter: Hochkultur am Nil., Gesellschaftsaufbau und Wirtschaft. Pyramiden und Hieroglyphen.
Griechen: Herausbildung der Stadtstaaten. Kultur und Sagenwelt der Griechen (Homer, Troja, Götter, Olympiade, Kunst). Demokratie in Athen, Sparta, Perserkriege, Alexander d. Gr. (Vielvölkerreich).
Römer: Von der Entstehung des römischen Staatswesens bis zum Weltreich. Republik und Kaiserzeit. Die Römer in Germanien. Entstehung des Christentums.

Jahrgangsstufe 8: Mittelalter und Neuzeit

Die Dreiteilung der Mittelmeerwelt in der Zeit der Völkerwanderung: Entstehung des Frankenreichs (Karl d. Gr.), Byzantinisches Reich, Welt des Islam.
Leben im Mittelalter: Ständegesellschaft und Lehnswesen, Bauern und Ritter, Kloster, Stadt.
Der Machtkampf zwischen Kaiser und Papst (Investiturstreit). Die Kreuzzüge (Streit um Jerusalem). Grundlagen der Neuzeit: Renaissance und Humanismus, Entdeckungsfahrten (Kolumbus).
Zeitalter der Reformation und der Glaubenskämpfe: Luther, der Bauernkrieg, Dreißigjähriger Krieg.
Herrschaftsmodelle: Absolutismus in Frankreich (Ludwig XIV.), konstitutionelle Monarchie in England.

Jahrgangsstufe 9: Von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg (18./19. Jh.)

Aufklärung und Französische Revolution, Unabhängigkeitserklärung der USA.
Die Herrschaft Napoleons und ihre Folgen für Deutschland. Befreiungskriege und Nationalgedanke, Wiener Kongress und Deutscher Bund.
Die Revolution von 1848/49. Der preußisch-österreichische Dualismus als Problem der Epoche.
Bismarck und die Reichsgründung 1871. Der deutsch-französischer Krieg und seine Folgen.
Industrialisierung und soziale Frage im 19. Jh. Bismarcks Innenpolitik (Kulturkampf, Sozialistengesetz und Sozialgesetzgebung).
Von Bismarcks Bündnispolitik zum imperialistischen Weltmachtstreben Wilhelms II. (bis 1914).

 Jahrgangsstufe 10: Geschichte des 20. Jhs.

Der Erste Weltkrieg und seine Folgen. Die Russische Revolution 1917 und der Kriegseintritt der USA als Wendepunkte der Geschichte im 20. Jh.
Die Weimarer Republik, der Versailler Vertrag und Krisen der 1920er Jahre.
Die Herrschaft des Nationalsozialismus: Die Ideologie des Nationalsozialismus, die Merkmale der nationalsozialistischen Diktatur, der Zweite Weltkrieg und der Völkermord an den europäischen Juden.
Geteilte Welt und deutsche Frage: Neuordnung Europas (Jalta und Potsdam, Oder-Neiße-Grenze). Die Entstehung des Kalten Krieges zwischen den USA und der UdSSR und die Herausbildung der beiden deutschen Staaten.
Merkmale der BRD und der DDR. Einordnung der beiden deutschen Staaten in die gegnerischen Bündnissysteme, Adenauers Politik der Westintegration. Mauerbau in der DDR 1961.
Die Kubakrise und die Entspannungspolitik.
Der Wandel innerhalb der deutsch-deutschen Beziehungen von Adenauer zu Brandt (Ostverträge).
Die Probleme des Sowjetkommunismus und der DDR. Gorbatschows Reformpolitik (Perestroika).
Das Ende der DDR und die deutsche Einheit (1990) im Kontext der europäischen Integration.

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 wird Textarbeit im Geschichtsunterricht eine wichtige Rolle spielen, um dem Anforderungsprofil der Oberstufe (Sekundarstufe II), welche zur Abiturprüfung unter den Bedingungen des Landesabiturs hinführt, gerecht zu werden.

 Sekundarstufe II

Die Sekundarstufe II (Oberstufe) besteht aus drei Jahrgängen, wobei jedes der sechs Halbjahre eine eigene Bezeichnung hat. E1 und E2 sind die beiden Halbjahre der Einführungsphase (E). Hier zählen die Noten noch nicht für das Abitur. Q1-Q4 sind die vier Halbjahre der Qualifikationsphase (Q). Hier sind die Noten abiturrelevant. Das Fach Geschichte darf in der Oberstufe nicht abgewählt werden! Nähere Einzelheiten sind in den hessischen Verordnungen zur Oberstufe und zum Abitur geregelt und werden den Schülerinnen und Schülern rechtzeitig bekannt gegeben. In der Sekundarstufe II wird als Geschichtsbuch hauptsächlich „Zeiten und Menschen“ (Bde 1 und 2) benutzt. In der Sekundarstufe II wird vertiefter in den Bereich der Text- und Quellenanalyse eingeführt. Das Curriculum für einen Leistungskurs sieht zusätzliche Schwerpunkte in der Geschichte der USA, Russlands und Chinas im 19. und 20. Jh. vor.

E1: Strukturmerkmale traditionaler europäischer Gesellschaften

Der Geschichtsunterricht im Halbjahr E1 behandelt entweder die Geschichte der antiken Griechen oder die Geschichte der antiken Römer. Dies können Lehrer und Kursteilnehmer auswählen.
Des Weiteren sind die Themenbereiche des Hochmittelalters verbindlich.
Im Bereich der griechischen Geschichte steht der Prozess der Verfassungsentwicklung zur Demokratie in Athen (von Solon über Kleisthenes zu Perikles) und der sie verursachenden Rahmen-bedingungen im Zentrum. Auch der Vergleich zwischen Athen und Sparta bietet sich an.
Im Bereich der römischen Geschichte steht der Veränderungsprozess von der Römischen Republik zum Kaiserreich und die in diesem Zusammenhang wichtigen sozialen Krisen und außenpolitischen Konflikte im Zentrum.
Im Bereich des Hochmittelalters sind der Dualismus zwischen weltlicher und geistlicher Macht (Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst), die grundlegenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen (Ständegesellschaft und Lehnswesen) und das Verhältnis von Christen zu Muslimen und Juden (religiöses Weltbild des Mittelalters, Kreuzzüge, Judenverfolgung) zu behandeln.

E2: Wandel und Veränderung traditionaler Strukturen

Der Unterricht im Halbjahr E2 behandelt die Überwindung der mittelalterlichen Welt in der Neuzeit.
Veränderungen des Weltbildes durch Renaissance, Humanismus, Wissenschaften und die Entdeckungsfahrten.
Die Reformation und ihre Folgen. Der Bauernkrieg, die veränderte Position der Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Absolutismus als Herrschaftsmodell und Merkantilismus als Wirtschaftsform in Europa nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Kritik der Aufklärungsphilosophen und das englische Staatsmodell (konstitutionelle Monarchie mit Verfassung und Gewaltenteilung) bieten sich zur Gegenüberstellung an.

Q1: Gesellschaftliche Veränderungsprozesse am Beginn der Moderne

Politische Revolutionen in Europa und ihre Folgen (Französische Revolution, Deutsche Revolution 1848/49). Liberalismus und Nationalstaatsgedanke im 19. Jh. Die Herrschaft Napoleons und ihre Folgen für Europa und Deutschland (Wiener Kongress und Deutscher Bund).
Deutsche Nationalstaatspolitik von der Revolution 1848 bis zur Reichsgründungspolitik Bismarcks. Der Norddeutsche Bund (1867), der deutsch-französische Krieg 1870/71 und seine Folgen.
Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die amerikanischen Politik im 19.Jh (Leistungskurs).
Die Industrielle Revolution und die Soziale Frage. Der Sozialismus und die Thesen von Karl Marx.
Die Entwicklung der Sozialdemokratie in Deutschland. Die Frauenbewegung im 19. Jh.
Bismarcks Innenpolitik (Kulturkampf gegen das Zentrum, Sozialistengesetz und Sozialgesetzgebung).
Der Wandel in der deutschen Außenpolitik von Bismarck zu Wilhelm II. Das Bündnissystem Bismarcks, sein Zerfall und der Weg in den Ersten Weltkrieg. Der Imperialismus und die Balkankrisen.
Der Untergang des Zarenreichs und Lenins Oktoberrevolution 1917 (Leistungskurs).

Q2: Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur (Weimarer Republik und Nationalsozialismus)

Die Entstehung der Weimarer Republik im nationalen und internationalen Umfeld (Novemberrevolution in Deutschland 1918, der Versailler Vertrag). Verfassung und Probleme der Weimarer Republik. Das Krisenjahr 1923 (Ruhrkampf, Hyperinflation, Hitlerputsch), die Außenpolitik der Weimarer Republik, die Folgen der Weltwirtschaftskrise (1929).
Der Aufstieg des Nationalsozialismus, die nationalsozialistische Ideologie (Diktatur, Rassismus und Antisemitismus, Lebensraum im Osten), Stationen der Machtergreifung (Reichstagsbrandverordnung, Ermächtigungsgesetz, Röhm-Putsch).
Die Merkmale der nationalsozialistischen Diktatur und die Innenpolitik (Gleichschaltung, Konzen-trationslager, Verfolgung, Nürnberger Gesetze).
Die Außenpolitik des Dritten Reichs in den 1930er Jahren und der Weg in den Krieg (Anschluss Österreichs, Münchner Abkommen, Hitler-Stalin-Pakt).
Der Zweite Weltkrieg und der Völkermord an den europäischen Juden. Überfall auf Polen, Vernichtungskrieg gegen die UdSSR, der Holocaust, die Anti-Hitler-Koalition (USA, UdSSR, GB, F). Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Die Wirtschaftspolitik der Weimarer Republik und die Wirtschaft in der Zeit des Nationalsozialismus (Leistungskurs). Moderne Kultur, bürgerliche Identität und die Rolle der Frau in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus (Leistungskurs).

Q3: Konflikt und Kooperation in der Welt nach 1945

Die Neuordnung Europas und Deutschlands nach 1945 auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam (Westverschiebung Polens, Oder-Neiße-Grenze). Die unterschiedlichen Ausgangslagen der USA und der UdSSR nach 1945. Der Zerfall der Anti-Hitler-Koalition und die Entstehung des Kalten Kriegs (Truman-Doktrin, Marshall-Plan, Kominform, RGW).
Die Besatzungszeit in Deutschland und die Entstehung der beiden deutschen Staaten (Entstehung der SED in der sowjetischen Zone, Währungsreform und Berlinblockade 1948). Die Verfassung und die Merkmale der BRD und der DDR.
Die deutsche Frage (deutsche Einheit) und ihre Abhängigkeit vom Verlauf des Kalten Krieges zwischen der UdSSR und den USA. Der Koreakrieg und die deutsche Wiederbewaffnung.
Die deutsch-französische Aussöhnung und Zusammenarbeit unter Adenauer und De Gaulle als Kernelement der Europäischen Integration. Von der Montanunion zu den Römischen Verträgen (EWG) 1957. Die Stalin-Note. Die Haltung Adenauers gegenüber der DDR (Hallstein-Doktrin).
Die innere Entwicklung der DDR vom Volksaufstand 1953 bis zum Mauerbau 1961.
Die Kubakrise (1962) und die Entspannungspolitik bis zur KSZE-Schlussakte von Helsinki (1975).
Die sozialliberale Ära in der BRD. Brandts Ostverträge und die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze.
Die Probleme des Sowjetkommunismus (politische Unterdrückung, wirtschaftlicher Niedergang, Nationalitätenkonflikte). Die Reformpolitik (Perestroika) Gorbatschows, der Zusammenbruch der sozialistischen Staaten Osteuropas und Ende der UdSSR 1991.
Das Ende der DDR (vom Fall der Mauer bis zur Vereinigung mit der BRD). Die innen- und außen-politischen Faktoren der deutschen Einheit (1990).
Die Grundstrukturen Europas nach dem Ende des Kalten Kriegs, der Vertrag von Maastricht.

Der Aufstieg Chinas im 20. Jh.: Der Bürgerkrieg und der Aufstieg der Kommunistischen Partei. Die japanische Besatzungszeit. Die Volksrepublik China und die Herrschaft Maos. Die Reformpolitik nach Maos Tod unter der Ära Deng Xiaoping (Leistungskurs).

Q4: Schlüsselprobleme der Gegenwart in ihrer historischen und in ihrer zukunftsrelevanten Dimension

Die hier genannten Themen vertiefen wesentliche Aspekte der historischen Entwicklung, welche in den Halbjahren Q1 bis Q3 behandelt wurden. Die Themen von Q4 sind nicht Gegenstand der schriftlichen Prüfungen des Landesabiturs! Sie können aber eine Rolle bei mündlichen Abiturprüfungen und bei Präsentationsprüfungen im Abitur spielen.

Deutsche Geschichte im Spannungsfeld von Restauration und Modernisierung. Der Gegensatz von wirtschaftlichem Fortschritt und politischer Restauration in der Zeit des Kaiserreichs. Die Folgen der misslungenen Revolution von 1848/49 und die Folgen des wilhelminischen Obrigkeitsstaates. Das Weiterwirken antidemokratischer Kräfte in der Weimarer Republik und die Zwiespältigkeit der Novemberrevolution 1918. Vormoderne Elemente im Nationalsozialismus. Unterschiedliche Fortschrittsvorstellungen und Handlungsmöglichkeiten in der BRD und in der DDR. Die europäische Integration und die Relativierung des Nationalstaats im Zeitalter der Globalisierung.

Vertiefung der Etappen und Vorstellungen von der europäischen Integration im 20. Jh. Von der Idee der Paneuropa-Union nach dem Ersten Weltkrieg, über die westeuropäische Integration in der Epoche des Kalten Krieges bis zur Europapolitik seit Maastricht (Leistungskurs).
Auch fakultative Inhalte (Migration, Mensch und natürliche Mitwelt, Rolle der Frau, Staat und Individuum) sind nach den curricularen Vorgaben möglich.

Gymnasium des Kreises Bergstraße