Föderkonzept

Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche am ÜWG

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten sind nichts Ungewöhnliches und können bei entsprechender Förderung in vielen Fällen verbessert und behoben werden. Nicht jede Rechtschreibschwäche ist eine klassische Legasthenie. Wenn die allgemeinen Leistungen des betreffenden Schülers/ der Schülerin im Fach Deutsch im mittleren Bereich liegen, jedoch eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) vorliegt, dann liegt eine Teilleistungsstörung vor, die mit Nachteilsausgleich kompensiert werden kann, um dem Schüler Versagensängste zu ersparen und seinen schulischen Erfolg zu gewährleiten.

Nachteilsausgleich umfasst eine ganze Palette von Möglichkeiten, die laut Verordnung als Fördermaßnahmen gelten und ausgeschöpft werden sollen, z. B. Verlängerung der Arbeitszeit, größeres Schriftbild, Benutzung eines Dudens u. a. Eine besondere Form des Nachteilsausgleichs ist in schweren Fällen die zeitweise Gewährung von Notenschutz, d. h. die Rechtschreibleistungen fließen nicht in die Deutschnote ein. Hierfür sollte allerdings ein entsprechender Erstantrag der Eltern vorliegen. Über alle Formen des Nachteilsausgleichs entscheidet die Klassenkonferenz.

Unsere Förderkurse in den Jahrgangsstufen 5 und 6 waren in den letzten Jahren an den Klassenunterricht angebunden und wurden vom jeweiligen Deutschlehrer/ Deutschlehrerin abgehalten. Die Gruppengröße des Förderkurses betrug maximal acht Schüler. Momentan überarbeiten wir dieses Förderangebot.

Mit Hilfe mehrerer Diagnoseinstrumente ermitteln die Deutschlehrer der neuen 5. Klassen innerhalb der ersten Wochen den Förderbedarf. Wir setzen dafür ein spezielles Diagnose-Diktat, den Lese-Stolperwörtertest sowie die erste Klassenarbeit ein und geben allen Eltern kurz vor den Herbstferien eine schriftliche Rückmeldung über die erzielten Ergebnisse.

Die Teilnahme an den schuleigenen Förderkursen ist für alle Schülerinnen und Schüler, bei denen besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben festgestellt wurden, verbindlich. Da wir leider ab der Jahrgangsstufe 7 keine Förderkurse am ÜWG anbieten können, ist der Nachweis der außerschulischen Förderung eine notwendige Voraussetzung für die weitere Gewährung von Nachteilsausgleich oder Notenschutz. Diese Förderung sollte mit dem Ende der Sekundarstufe I abgeschlossen sein. In schwerwiegenden Ausnahmefällen entscheidet das Schulamt über eine Fortsetzung der Förderung in der Oberstufe.

Wir möchten am ÜWG unsere Schülerinnen und Schüler mit LRS bestmöglich unterstützen und beraten. Selbstverständlich stehen die betreffenden Deutschlehrer/innen für Gespräche zur Verfügung. Beratung bietet außerdem Frau Lauer an, die am ÜWG für den Bereich LRS und Förderung zuständig ist.

Christine Lauer