Comenius

ComeniusEine europäische Identität auszubilden, ohne die nationale und regionale aufzugeben ist möglich, wenn wir die Geschichte des Kontinents mit europäischen, nicht mit nationalen Augen betrachten.“
Eine europäische Identität zu schaffen als einen Ausdruck der europäischen Einheit in der Vielfalt, die Europa von anderen Kontinenten unterscheidet und die seine Besonderheit ausmacht, ist erklärtes Ziel des europaweiten Comenius – Aktionsprogramms. Bereist zum wiederholten Mal beteiligt sich das Überwald-Gymnasium unter der Leitung von Hans-Reinhold Schwarz an einem dieser Schulprojekte. Unter dem zentralen Thema „Europa Diagonal“ wollen sich die Partnerschulen in Lagos (Portugal), Wald-Michelbach (Deutschland), Danzig (Polen) und Lappeenranta (Finnland) mit selbst gewählten Projektthemen von europäischer Relevanz beschäftigen und verschiedene gemeinsame Endprodukte erstellen.Zunächst wird vordergründig die Entwicklung und Dokumentation der historisch-kulturellen Wurzeln und naturgeographischen Bedingtheiten der beteiligten Regionen projektiert. Im ersten Projektjahr widmeten sich die Partnerschulen verschiedenen aktuellen Problemfeldern der europäischen Integration aus Sicht der jeweiligen Region. Der zentrale Schwerpunkt sollte auf der Frage „Wie weit kann die Mobilität in Europa gehen?“ liegen. Als Endprodukt entstand eine gemeinsame Videodokumentation der Recherchen, in deren Erstellung die verschiedenen Klassenstufen und geeignete regionale Institutionen (Behörden, Organisationen, Unternehmen) einbezogen wurden. Auf Basis der gemeinsamen Kernergebnisse, die über ständige Kommunikation und auf den jeweiligen Projekttreffen ausgetauscht wurden, sollte an den Partnerschulen parallel eine öffentliche Ausstellung organisiert werden.

Im zweite Projektjahr wurden die Schüler und Schülerinnen nach ihren Einstellungen und nach ihrem Wissen zu Europa befragt. Auch wurde gefragt welches Europa sich die Befrageten in Zukunft wünschen. Zu dieser Befragung wurden Fragebögen an den vier Partenrschulen verteilt, die die gleichen Fragen beinhalten. Diese Fragebögen werden danach ausgewertet und mit den Ergebnissen aus den Partnerschulen verglichen.

Das dritte Projektjahr schließlich steht im Zeichen der „Finalität“ (was soll aus dem europäischen Projekt werden) Europas, die sowohl von den Rändern der „Diagonale“ als auch am Beispiel des möglichen Türkei-Beitritts angegangen werden soll. Hierzu ist die Aufnahme eines türkischen Projektpartners in Istanbul, zu dem bereits Kontakte bestehen, angedacht. Als Endprodukt ist hierbei eine „Konferenz“ zur Frage des EU-Beitritts der Türkei, basierend auf den an den Schulstandorten ermittelten kontroversen Positionen, geplant, die ebenfalls als Video dokumentiert werden soll. Ziel des Projekts ist nicht nur die einzelne Schulentwicklung, die Jugendlichen sollen neben der Entdeckung der eigenen Region und ihrer Position über den Austausch neue menschliche Kontakte knüpfen und so eine europäische Identität schaffen.

Gymnasium des Kreises Bergstraße